Tag: sebi vellrath

Mittlerweile ist Valentin Ott alles andere als unbekannt in der deutschen Skateszene und wer ihn schon einmal dabei beobachten konnte, wie er einen simplen Kickflip aussehen lässt, hat ihn sowieso voll auf dem Schirm. Er hat den besonderen Flick gemischt mit dem nötigen Pop und lässt liebend gerne sein Skateboarding für sich sprechen. Für den folgenden Part via Red Bull hat Valle sich nicht öfter als zehnmal mit Sebi Vellrath zum Filmen verabreden müssen, um diesen 2-minütigen Part auf die Beine zu stellen. Mit dabei sind außerdem die Freunde Michel Funke und Farid Ulrich.

Foto: Preisinger

Alles begann im Jahr 2009. Nach meinem zweiten Frühling im Skateboarding mit Anfang 30, einem Jahr der Arbeitslosigkeit, das ich komplett dem Skateboarding gewidmet hatte, fand ich mich mit meinem zweiten Mittelfußbruch zu Hause im Bett wieder. Natürlich war die Stimmung im Keller und über meine Zukunft habe ich mir auch hin und wieder mal Gedanken gemacht.

Das Glück im Unglück kam mit dem Anruf von Benni, der mich fragte, ob ich down wäre, mit ihm zusammen das PLACE Magazine redaktionell zu übernehmen. Die Antwort war ein klares Ja. Allein schon, weil ich die Position als Underdog-Magazin in der deutschen Skateszene für cool befand und mich in einer ähnlichen Rolle sah.

In einem Nebenraum beim «Style & The Family Tunes» Magazin gestalteten wir unser erstes gemeinsames Heft. Redaktionell völlig uns überlassen, mit ein wenig Hilfe von Holger von Krosigk aus Köln, unserem damaligen Verleger. Ein gelungenes Produkt, wenn man bedenkt, dass wir den Sprung ins kalte Wasser wagten.

Aber es war der erste Schritt in jene Richtung, die das heutige PLACE Magazine auszeichnet. Es folgten Deadlines, in denen wir nach einem Cover rangen, kleine Unstimmigkeiten mit der Grafik, zwei Vaterschaften (Barnabas und meine eigene) und Office-Umzüge, umgekippte Festplatten (bring niemals einen Säugling mit ins Office) und ein neuer Mann an unserer Seite – Pille Popstar, den Benni aus Köln geholt hat, um uns redaktionell und grafisch zu unterstützen.

Wir alle kannten uns schon lange zuvor, doch jetzt war die Situation eben anders: Wir mussten und wollten mit-
einander arbeiten.

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Narrenfreiheit war das Stichwort.

Die PLACE war während der Ausgaben #19-#38 definitiv in einer Selbstfindungsphase mit vielen Ups & Downs, guten wie schlechten Ideen, stilweisenden, aber auch eher weniger schönen Grafiklayouts (trotzdem immer Liebe, Skism), Finanzkrise, persönlichen Krisen und allem, was man sich sonst so als Steine im Weg vorstellen kann. Dennoch sind wir unserer Linie treu geblieben: Letztendlich haben wir damals schon an dem Ansatz festgehalten, anders zu sein als die „Konkurrenz“ (obwohl ich es hasse, dieses Wort in Bezug auf Skateboarding zu verwenden).

Ein Konzept, was viele Leute anfangs nicht verstanden haben. Aber hey, wer hatte das erste Interview mit Haftbefehl in einem Skateboard-Mag, von Wiz Khalifa und K.I.Z ganz zu schweigen? Wer hat Gino Iannucci so lange genervt, dass selbst eine Legende wie er pünktlich zur Deadline seine Antworten ablieferte? Für wen hat Chet Childress den Pinsel geschwungen? Wer hat die Szene ein bisschen auf die Schippe genommen, als alle anderen „dead serious“ daherkamen und wer, wenn nicht wir, hat die Berliner Szene gefeatured, so dass manch einer sogar von einem Overkill sprach?

Das waren Benni und ich. In einer Zeit, in der viele nicht den Mut hatten, das zu tun, was wir getan haben – Grenzen zu sprengen und Experimente zu wagen. Und unser Grafikmeister Skism hat dabei auch eine große Rolle gespielt, no doubt. Genauso wie Renko und Pille, um auch alle zu erwähnen. Aber wir waren eben dieses kleine Team.

Oft haben wir unsere Hefte im Nachhinein angeguckt und Fehler entdeckt, aus denen wir gelernt haben. Aber auch Artikel, die bis heute zeitlos-stylisch bleiben und die den Weg geebnet haben für die „jetzige“ PLACE. Ich bin stolz auf meine Zeit und die Arbeit, die ich in das Magazin gesteckt habe: Drei Jahre, 19 Ausgaben und dazugehörige Deadlines, Schweiß und Tränen (meistens der Freude über bescheuerte Witze).

Es war eine prägende Zeit für Benni und mich. Wir haben viel voneinander gelernt. Wer jetzt mehr von wem hatte, ist dabei egal, denn wir sind beide reifer geworden. Ich könnte jetzt hier noch weit ausholen, aber das bleibt einfach unser „Betriebsgeheimnis“.

Dass Benni seinen Traum weiterlebt und ein cooles, kompetentes Team gefunden hat, Leute, die im Herzen genauso Skateratten sind, wie wir es damals waren (und immer noch sind), macht mich froh. Die PLACE ist der letzte Felsen in der Brandung einer langsam aussterbenden Printmedia, aber durch interessante Themen und Artikel ist sie immer noch relevant. Und das – meiner Meinung nach – mehr als je zuvor.

Keep on, brothers. I love you guys.
Auch die Neuen.

Dieser Beitrag von Sebi Vellrath findet sich in unserer Jubiläumsausgabe, die du hier bestellen kannst.

Man könnte sagen Max Beinhofer ist zurück! Doch wie kann jemand zurück sein, der niemals so ganz weg gewesen ist? Es liegt daran, dass Footage von Max eher spärlich gesät ist, denn der Nürnberger ist Niemand der mit Footage um sich wirft. Qualität statt Quantität und Realness statt Fake-Profil – Max fährt ab sofort für DGK und wir haben ihn zu einem kurzen Interview gebeten.

Hi Max, neulich hast du gesagt, „genug gechillt“ – was meinst du damit? 
Ich war zu lange an einem Fleck und war skatetechnisch nicht unterwegs. Nun habe ich wieder Bock und bin hungrig wieder zu reisen und präsent zu sein.

Bist du in letzter Zeit regelmäßig geskatet?
Weniger – Ich habe mir im Frühling mein Schlüsselbein zweifach gebrochen und zertrümmert. Jetzt habe ich zwar noch eine Platte und Schrauben in der Schulter, aber die halten ganz gut und ich kann wieder richtig skaten.

Was hast du sonst die ganze Zeit in diesem Jahr getrieben?
 Wir hatten hier in Nürnberg Like Wow am Laufen und es gab viel zu tun mit Freunden, Business und Familie…

Was machst du gerade beruflich? 
Nachdem jetzt Like Wow aufgelöst wurde, konzentriere ich mich auf mein Skaten und gucke, dass ich meine Brötchen damit verdienen kann.

Wie gefährlich ist es, in Nürnberg in die falschen Kreise zu geraten?
Das Ding ist, dass sich hier sehr viele Leute Sachen geben, darauf abkacken und Scheiße bauen. Man muss einfach nur wissen, wann man nach hause geht – dann ist alles easy!

Warum passt DGK gut zu dir?
Ich fühle die ganze Sache an sich! Da steh ich komplett hinter, ich fühle den Scheiß! Außerdem wurde mir gesagt, dass ich zu DGK passe wie kein anderer.

Was macht die Feierei?
Feiern gehe ich schon lange nicht mehr, das ist immer das Gleiche und ich ziehe Probleme förmlich an…

Eine wichtige Lektion, die du für’s Leben gelernt hast? 
Keine mündlichen Verträge abzuschließen.

Was steht für dich als nächstes an? 
Im Dezember fliege ich für 5 Wochen mit meiner Freundin nach Thailand. Dort dann mit Burny in Bangkok Fotos schießen und weiter nach Koh Samui, einfach mit meiner Besten abhängen. Im Frühjahr gehts nach NYC…

Interview: Benni Markstein
Filmed & Edited by Sebi Vellrath
Additional Filming by NBG Boys
Foto: Burny

Der Videobeweis zur Foto Gallery: Battle At The Bänke 2014 feat. Farid Ulrich, Louis Taubert, Christopher Schübel und weiteren Akteuren und ihren ansehnlichen Lines. Bereits zum vierten Mal fand der beliebte Contest in Kooperation mit Nike SB am Go Skateboarding Day an der Warschauerstrasse statt und es bleibt uns zu sagen: Vielen Dank an alle Beteiligten – es war uns ein Fest!

Gefilmt von Julius Krappe, Mark Nickels, Cesar Torales und Bastian Godoy.
Edited von Julius Krappe.

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Vergangenen Samstag fand in mittlerweile vierter Edition und in Kooperation mit Nike SB der Contest “Battle At The Bänke” statt. Auch am diesjährigen Go Skateboarding Day kamen eine Menge Skateboarder und Zuschauer an den beliebten Spot direkt an der Warschauer Straße. Zu sehen gab es unzählige Lines in allen Variationen, so dass die Judges alle Hände voll zu tun hatten. Im Starterfeld fanden sich neben den Locals einige Gesichter der deutschen Szene und sogar aus Chile und Mexiko waren ein paar Jungs angereist. Aus all dem bunten Line-Allerlei stachen am Ende eine handvoll Starter besonders hervor und auch der Wolkenbruch samt Platzregen ließ sich bis zur Siegerehrung auf sich warten, so dass “Battle At The Bänke” am Ende wortwörtlich feuchtfröhlich zu Ende ging. Vielen Dank an alle Beteiligten – es war uns ein Fest!

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Louis Taubert
Louis Taubert, FS Crooks

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Whitey
Whitey, BS Tailslide

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Farid Ulrich, fakie 5-0 Flip out

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Christopher Schübel, Nollie BS Nosebluntslide

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Juan Carlos Aliste aka Goma aus Chile, BS Flip fakie Nosegrind

Michel Funke
Michel Funke, FS Bluntslide

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MC Sebi

Alex Ullmann
Alex Ullmann, SW FS Tailslide 270 Flip out

Results:

Best Trick:
Patrick Rogalski, FS Bluntslide Flip out

Patrick Rogalski

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Overall:
1. Christopher Schübel
2. Goma
3. Hugo, Louis Taubert & Farid Ulrich

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Fotos: Burny

Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst steht vor der Tür. Die Pullis werden dicker und die Jacken aus dem Schrank geholt. Bevor wir uns allerdings damit abgefunden haben, präsentieren wir die B-Roll Berlin 2013 Montage feat. Valentin Ott, Christopher Schübel, Davie Naen, Justin Sommer, Conrad Bauer, Max Beinhofer, Banden Björn, Michel Funke, Phillipp und Sami Harithi.

Film & Edit: Sebi Vellrath

An einem der ersten sonnigen Tage des Jahres hat Farid Ulrich seine Hood gezeigt. Seht, wie der Berliner wohnt und wo er seine ersten Tricks gelernt hat.

Film & Edit by Sebi Vellrath

Der Donnerstag ist so gut wie vorbei und es haben sich in München während der X Games und dem Street League Contest ein paar interessante Dinge ereignet. Zum einen hat Youness Amrani die SLS Select Serie spektakulär gewonnen und sich damit für den eigentlichen Event qualifiziert. Zum anderen stand die Nike SB Safari Tour auf dem Programm, zu der geladene Fahrer von Spot zu Spot geshuttlet werden sollten, um Tricks gegen Scheine zu tauschen. Doch von vorne:

Hollands bekanntester und laut eigener Aussage witzigster Skateboard-Fotograf Marcel Veldman und Nike Europe TM Colin Kennedy

Helge Tscharn ist der Beste, wir feiern ihn

Norbert Szombati und Planet Sports’ Steffi Hager

Stolzer Daddy Chris Pfanner mit Sohnemann Max

Denny Pham und Fabian Lang haben ein anständiges Liga-Debut gegeben

Die SLS Select Series aka die Qualifikation für die Qualifikation war bereits ziemlich spannend. Youness Amrani hat mit Tricks wie BS Nosegrind Nollie Flip out schon heute den Hammer geschwungen und sich damit verdientermaßen die Wildcard gesichert. Daumen sind für Morgen gedrückt, Go Europe!

Um 17.00 Uhr ging es mit dem Doppeldecker Cabrio Bus auf Nike SB Safari Tour, die von Star-Moderator Sebi Vellrath gewohnt amüsant gehostet wurde.

Das Wetter sollte den Anwesenden leider nicht hold sein und so mussten die Street Sessions leider abgeblasen werden. Stefan Schwinghammer von der MSM und Gerrit Piechowski wussten sich zumindest ein wenig gegen die Nässe zu helfen.

Daniel Ledermann und seinem Homie Juli konnte es die Laune nicht verderben. Marijtuth-Style

Also ab in den Biergarten der Ruby Bar, an den Grill und Bierchen trinken. Willow hatte Spaß


Krappe
, Fitschi, Gerrit und Sebi

Bande-Marijtuth Kollabo Kippe

Zwei Experten für Best Trick Sessions, denen heute evtl. der ein oder andere Fuffziger durch die nassen Lappen gegangen ist – Andi Welther und Vladik Scholz

München Locals Lea Schairer und Phil Pham

Organisations Team Veith Kilberth und Robinson Kuhlmann


Ende der PLACE Media Produktion für heute – Daniel Wagner, Gerrit, Krappe, Kamil und Mark Nickels. Bis morgen und dann hoffentlich bei schönem Wetter!

Am vergangenen Wochenende fand im Märkischen Viertel an Berlins Stadtrand die Eröffnung des neuen Anker-Plazas statt. In dessen Zuge gab es den ersten Contest im Spring Team Battle Format zu dem sich eine Menge bekannter Skateboarder der Hauptstadt eingefunden haben. Dennis Scholz hat den Event für uns mit seiner Kamera eingefangen, hier ein paar Impressionen aus dem Block.


Colin McLean – BS Smithgrind


Justin Sommer – Treflip


Michel Funke – Hardflip


Hirschi – FS Feeble


Hirschi – Ollie aus´m Park


Locals


Locals 2


Denny Pham – Switch FS Bigspin


Farid Ulrich – FS Transfer


Stevie und Lukas


Pascal Reif – Switch Heelflip


Sami Harithi – FS 180 Transfer


Yannick Schall – Switch BS 360


Tjark Thielker – FS Bluntslide


Best Line – Hirschi


Best Trick – Nepomuk Herok


Best Team – Saltyboys feat. Yannick Schall, Denny Pham und Diskotoni

Krass, clean und kreativ

„Sein Lebensstil spiegelt sich auch in seinem Skaten wieder. Krass, clean und kreativ im Umgang“
– mit diesen Worten wird der 21 – Jährige Neumannheimer Maxi Schaible von seinem besten Homie Daniel Trautwein beschrieben.


Pic: Burny

Nachdem wir das Interview mit ihm geführt haben, können wir dem auch nur zustimmen. Maxi ist ein Skater der neuen Generation in Deutschland, die mit dem Internet aufgewachsen ist, für die Partys bis zum Morgengrauen genau so dazugehören wie große Spots. Man kann sich ja nicht aussuchen, wann man geboren wird. Trotz der heutigen Möglichkeiten sich dauernd abzulenken und voll zu drönen, scheint es so, als ob Maxi das Beste aus seiner Zeit als Vollblutskater herausholt und trotzdem nicht dem Wahnsinn dieser schnelllebigen Jugend zum Opfer fällt. Er weiss eigentlich ziemlich genau, was er will. Dieses Interview war für ihn, als auch für uns, eine Überraschung, und wir freuen uns für den stets gut gekleideten Sunnyboy und Schwiegermamas Liebling eine verdiente Plattform bieten zu dürfen, denn wir versprechen euch: Maxi wird uns in den nächsten Jahren noch einiges an gutem Skateboarding abliefern und das hier ist er die Spitze des Eisbergs.

Interview: Sebi Vellrath

Hey Maxi, wo steckst du gerade?

Ich bin gerade bei meinen Eltern. Die wohnen hier ein bisschen auf dem Land.

Wo kommst du denn genau her?

Ich komme aus Pfalzgrafenweiler, das ist so ein kleines Dorf so ca. 70 Km von Stuttgart entfernt. Da geht echt nicht viel. Ich hatte das Glück, dass ich durchs Skaten ziemlich früh da rausgekommen bin und immer nach Stuttgart gefahren bin und da Leute kennengelernt habe.

Hast du irgendwas anderes vor dem Skaten gemacht?

Ja ich habe lange Fußball gespielt. Hätte ich nicht aufgehört, glaube ich sogar, wäre ich heute sogar richtig gut darin. Vielleicht kein Profi, aber schon obere Liga. Aber das Vereinsding hat mir irgendwann nicht mehr so Bock gemacht. Skaten ist einfach cooler.

Hast du auch mal in Stuttgart gewohnt?

Die letzten 1,5 Jahre habe ich in Stuttgart gewohnt und jetzt seit einem halben Jahr wohne ich in Mannheim.

Und in Stuttgart hast du in einer Skater WG gewohnt?

Ne, die Jungs sind nicht geskatet. Es war aber trotzdem eine coole Zeit.

Jetzt studierst du in Mannheim. Was machst du denn genau?

Handelsmanagement.

Na das hört sich ja an, als ob du damit schon einen Plan hast…

Ich weiß noch nicht genau, was ich später damit anfangen kann. Ich war vorher auf einem Wirtschaftsgymnasium und danach habe ich mich einfach mal für ein Wirtschaftsfach eingeschrieben. Ich bin gerade im ersten Semester und kann noch gar nicht sagen, ob ich das durchziehe oder ob es das ist, was ich schon immer machen wollte. Ich bekomme die ganze Zeit auf die Nase gedrückt, dass im Endeffekt nur die Kohle zählt. Kohle, Kohle, Kohle …


BS TS, Pic: Wagner

Kohle ist auf jeden Fall sehr wichtig. Mit Skateboarding in Deutschland wird man ja nicht so richtig reich …

Ein Ryan Sheckler vielleicht. Es ist ja der Traum von jedem Skater, davon leben zu können. Wenn du dir anguckst, was für krasse Skater in Deutschland oder generell in Europa nicht davon leben können, dann ist das schon sehr heftig. Ich für meinen Teil bin voll zufrieden, mit dem was ich von Skateboarding habe. Ich hätte jetzt auch nie gedacht, dass ich mit euch ein Interview mache. Ich bin sehr glücklich über meinen jetzigen Stand.

Wie bist du eigentlich an deine Sponsoren gekommen? Ich habe auf youtube so ein paar alte „The Rookie Project“ Videos von dir gesehen. Durch die Clips?

Oh Mann, die räudigen alten Clips … haha. Ja als Kids haben wir einfach viel gefilmt. Aber ein Sponsor-Me-Tape von mir gab es nie. Philipp Schmidt (DVS) hat mich schon recht früh mit Lakai Schuhen versorgt und als wir dann in Kontakt getreten sind, war ich ziemlich schnell auf DVS. Von Urban Supplies habe ich auch ziemlich schnell Unterstützung bekommen. Ich habe von Anfang an versucht, immer viel rumzukommen und meine Sponsoren so gut es gut zu representen.

Bist du eigentlich viel im Internet unterwegs?

Seit einem halben Jahr versuche ich Facebook zu vermeiden, da mir das irgendwann zu viel wurde mit dem ganzen „Liken“ und kommentieren von jedem Foto. Aber da ich damit aufgewachsen bin, bin ich es ja gewohnt sich Musik aus dem Netz zu laden oder auch jetzt Instagram und so Dinge. Ich muss nicht jeden Tag meine Mails checken, vielleicht mal, wenn ich auf Tour bin, aber ich dreh’ jetzt nicht durch, wenn ich mal eine Zeit lang offline bin.


FS Tailslide, Pic Burny

Erzähl mal was zu deinem Cover. Der Bs Overcrooks ist ja einer deiner Tricks, aber für diesen musstest du ja schon richtig arbeiten …

Erstmal kann ich noch gar nicht glauben, dass das ein Cover wird. Erst wenn ich das wirklich sehe, werde ich das realisieren „Fuck, Alter, Cover!“. Wir waren letzte Woche noch richtig viel skaten und es lief richtig gut. Den Bs Overcrooks hatte ich Burny vorgeschlagen für das Interview und als wir dort ankamen war ein Café aufgebaut in der Anfahrt und ich dachte mir, wir können hier unmöglich skaten. Zudem wollte ich noch ein neues Brett anschrauben, da meins total schrott war, aber keiner hatte einen Tool dabei. Burny ist dann erstmal in das Café gegangen und kam nach ein paar Minuten mit der Kellnerin raus, um die Anfahrt frei zu machen. Es war alles voll hektisch, aber ich dachte mir dann halt „Fuck it!“ und bin mit meinem alten Board aufs Rail gegangen. Mit Lil Wayne auf dem Ohr ging das auch schon und nach ungefähr zehn Versuchen hatte ich den Trick dann im Kasten. Vorher habe ich aber auch gut kassiert. Vom Grind und Gefühl her war das der beste Bs Overcrooks, den ich je gemacht habe.


Pic: Burny

Bist du selbstkritisch mit dir und der Footage, die von dir rauskommt?

Es gibt so manche Sachen bei mir, die gehen einfach nicht klar. Zum Beispiel bunte Rollen, bemaltes Griptape oder auch megabunte Schuhe.

Gibt es eigentlich in Mannheim eine Skateszene?

Ich bin ja ziemlich verwöhnt dadurch, dass ich aus Stuttgart komme und immer mit den krassesten Leuten unterwegs war. Hier gibt es eigentlich nur einen Spot, an dem die Leute skaten. Ich kann mir noch gar kein richtiges Bild machen von der Szene hier, da ich am Wochenende immer unterwegs bin und in meinem Semesterferien war ich gerade mal vier Tage hier.

Du wohnst ja jetzt über einem Headshop, aber kiffen tust du ja gar nicht…

Hahaha, woher weißt du das denn jetzt schon wieder? Der Trautwein wahrscheinlich. Ja, das stimmt. Und da ich wirklich nicht barze, bringt mir der Headshop ziemlich wenig. Ich bekomme hier und da mal Sprüche gedrückt, aber ich habe einfach keinen Bock drauf. Ich höre total gern Wiz Khalifa, der ja nur übers Kiffen rappt, aber selber hat mich das nie gereizt. Vielleicht kommt das ja noch.


Bluntslide Bigspin out, Pic: Wagner

Ne, lass mal sein. Ist doch okay so. Feiern gehst du ja trotzdem, oder? Was ist denn das MW a.k.a Das Männerwohnheim?

Schon wieder ein Insider. Das ist in San Sebastian entstanden auf der Arrow & Beast Tour. Wir hatten halt ein Zimmer mit Daniel Wagner, Daniel Trautwein, Kamil, Stefan Brenner, Sandro Trovato und mir. Am dritten Tag sah unser Raum aus wie Sau, sprich alles lag auf dem Boden, die Drinks waren umgeschüttet und generell war es einfach dreckig. Wagner hatte seinen Fotoequipment auf San Miguel Dosen gelagert, teilweise waren Shirts voller Bier und Kamil meinte nur noch: „Ey hier sieht´s ja aus wie im Männerwohnheim“. Irgendwie mussten wir uns alle kaputt lachen. Nach sechs Tagen sah es noch schlimmer aus und es ist komplett ausgeartet.

Inwiefern?

Ach, da rede ich lieber nicht drüber. What happens on tour, stays on tour …

Ein Gentleman schweigt …

Es war eben ein Mittwochabend in San Sebastian und natürlich ging da nicht soviel, aber irgendwann standen wir alle in einem kleinen Kellerclub und haben gut abgetanzt. Das war auf jeden Fall richtig geil und wir sind mit mehr Leuten in unser Männerwohnheim zurückgekommen als vorher losgegangen, wenn du verstehst, was ich meine, hehe. Jedenfalls musste das Mobiliar in unserem Zimmer noch richtig dran glauben. Inzwischen hat sich aus dem Männerwohnheim so ein Instagram Ding entwickelt und alle Beteiligten posten fleissig Fotos mit Sachen, die so ein bisschen assi sind. Wenn es nach mir gehen würde, hätten wir schon eine Klamottenline gedropped.


BS 180 fakie Nosegrind, Pic: Wagner

Was geht eigentlich bei dir und Kickflips? Ihr seid nicht die besten Freunde, habe ich erfahren…

Da habe ich schon mit gerechnet, dass du mich das fragst. Keine Ahnung, Alter. Ich kann die schon und kriege die auch hin, aber wenn sich ein Trick nicht so gut anfühlt, habe ich auch keine Lust darauf den zu machen. Wenn ich jetzt trainieren würde, dann könnte ich die auch bestimmt mal irgendwo rein machen oder so. Aber ich vernachlässige meine Kickflips schon gerne mal und deshalb sieht man die nicht so oft von mir.

Du hast ja zwei Brüder. Können die auch Kickflips?

Mein kleiner Bruder skatet auch und hat voll Bock. Früher sind beide regelmäßig geskatet, aber mittlerweile ist nur noch der Kleinere am Start. Mit dem versuche ich, wenn es sich ergibt, möglichst oft zusammen zu skaten. Und ja, der hat richtig gute Kickflips am Start. Der macht Flip Fs Boardslides am Handrail. Das ist schon sick.

Also bekommen wir in Zukunft mal was zu sehen von Niklas Schaible?

Ja, wenn der mal Gas geben würde, dann könnte man mit dem sicher mal was machen. Ich kann ja mit ihm reden. Dann könnt ihr für 2018 schon mal was planen, hehe.

Hast du eigentlich irgendwelche Vorbilder oder Heroes, die du abfeierst?

Als Kid war ich total geflashed, als ich Louis Taubert das erste Mal auf einer DVS Tour getroffen habe. Aber ich habe jetzt keinen bestimmten Lieblingsskater. Mir ist einfach wichtig, dass wenn jemand stylish fährt, er auch cool drauf ist. Ich finde, das Gesamtbild muss stimmen. Das ist mir mit Madars Arpse so ergangen. Den haben wir in Spanien kennengelernt und ich kannte ihn nur von seinen Videoparts. Als wir mit dem dann unterwegs waren, hat sich herausgestellt, dass er ein supercooler Kerl ist. Das ist ein perfektes Zusammenspiel.

Ich habe eben mit der Mutter deiner Ex-Freundin gesprochen, als ich versucht habe, dich zu erreichen und die schwärmt ja total von dir. Du bist aber mittlerweile solo und lässt dir die Weibchen gerne mal nach Mannheim einfahren, habe ich gehört.

Oh, Mann, wer hat dir denn das schon wieder gesteckt? Es wäre schön, wenn mich da mal ein paar Mädels besuchen kommen würden. Aber jetzt echt mal, wer hat dir denn diese ganze Storys gesteckt?

Wir haben unsere Leute überall …

Ihr seid schlimmer als die Mafia, Mann. Es ist jetzt nicht so, als ob ich tausend Frauen am Start hätte. Es hält sich alles noch im Rahmen. Das ist alles, was ich dazu sagen will.

Du bist ja jetzt solo. Wie sähe denn deine Traumperle aus?

Sie sollte einen guten Körper haben. Die Haare sind mir egal. Hauptsache die kommen darauf klar, dass ich durchs Skaten viel unterwegs bin.

Bist du mit deiner Ex Freundin auseinander, weil ihr genau das nicht passte?

Ne, die war richtig entspannt, was das angeht. Wir haben uns einfach auseinander gelebt.


FS Feeble, Pic: Burny

Du hörst ja viel deutschen Hip Hop aus dem Frankfurter Bereich. Was findest du daran so geil?

Hörst du sowas nicht gerne? Ich höre sowieso viel Rap. Aber ich feiere eben Haftbefehl, Celo & Abdi und die ganzen Gangster richtig ab. Es gibt ja viele Leute, die sagen, dass das einfach nur asoziales Gelaber ist, was die Jungs da raushauen, aber für mich ist das nur Unterhaltung. Wenn du dir die Texte so anhörst und denkst: „Wie 100 Packs an den Eiern?“ Wie macht der das? Klar, da musst du einfach nur drüber lachen. Ich glaube das verstehen viele Leute falsch.

Ich habe erfahren, dass du hier in Berlin auch mal gangstermäßig in einen Club eingebrochen bist. Erzähl doch mal, was da los war.

Ja, ich habe die Story auch gehört, aber ich kann mich an den Abend gar nicht mehr erinnern.

Jaja, schon klar. Wie ist es denn bei dir, wenn du Party machen gehst? Hast du dich unter Kontrolle oder auch gerne mal einen Filmriss?

Ach das hält sich bei mir in Grenzen. Da gibt es ganz andere Kandidaten, die mehr Gas geben als ich. Ich bin jetzt 21, also habe ich ja auch noch genug Zeit, Party zu machen. Den einen oder anderen Filmriss gab es aber schon.

Irgendwie verbinde ich dich immer im Doppelpack mit Daniel Trautwein. Ihr seid schon die besten Freunde, oder? So Hanni-und-Nanni–mäßig.

Daniel ist auf jeden Fall einer meiner engsten Homies. Wir sind früher für den gleichen Skateshop gefahren und waren immer schon zusammen auf Touren. Er wohnt zwar in Stuttgart, aber ich kann dadurch immer bei ihm pennen, wenn ich am Wochenende da bin. Der ein cooler Typ und zudem hat er die besten Hardflips in Deutschland. Grüße an dieser Stelle.

Maxi, ich habe das Gefühl, dass du ein ziemlich relaxter Dude bist. Rastest du trotzdem mal aus beim Skaten?

Ich versuche schon die ganze Zeit zu chillen, aber wer kennt das nicht? Manchmal flippt man eben aus, wenn ein Trick nicht klappt. Besonders wenn man weiß, dass man den Trick schaffen kann. Das einzige Board, was ich durchgetreten habe, war nach dem Bs Overcrooks. Aber auch nur, weil ich froh war, den Trick gemacht zu haben und endlich mit dem Scheißboard abschließen wollte.


Big Bluntslide, Pic: Burny

Was macht dich glücklich im Leben?

Gute Frage. Unterwegs zu sein und die Welt durch mein Skateboarding kennen zu lernen ist schon ein Privileg, was nicht jeder hat. Ich brauche jetzt nicht die große Kohle oder materielle Sachen. Ich finde es cool, neuen Leuten zu begegnen, aus denen sich sogar manchmal Freundschaften ergeben. Mit einer guten Crew in einem unbekannten Land zu sein, das macht mich glücklich.

Schöne Schlussworte. Willst du noch irgendwas loswerden?

Shout Outs gehen ans Männerwohnheim, meine Freunde, ihr wisst wer ihr seid, an Burny und D-Wag, Philipp von DVS, Christian Welther von LRG, Felix und Murat von Urban Supplies, Arrow & Beast und meine Familie.

“Ich hab noch einen Koffer in Berlin” sagte Marlene Dietrich schon vor geraumer Zeit. Knapp 60 Jahre später rollen an den Wochenenden Unmengen von Koffern in Berlin ein und aus. Deshalb sind in dieser Montage, die teils aus frischen, teils aus Second Angles und ungesehener B-Roll besteht, viele Leute, die gerne zu Besuch sind bei uns in der Hauptstadt. Patrick Rogalski, Farid Ulrich, Matthias Janota, Helder Lima, Andre Gerlich, Pascal Reif, Nahuell Kirchhoff und weitere bekannte Gesichter geben sich die Ehre an mehr und weniger bekannten Spots der Partymetropole. Und mit Jimmy Hendrix als Soundtrack ist der Clip ein rundes Ding.

Filmed & Edited by Sebi Vellrath