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10. September 2010
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VOLCOM FAMILY UNICORN TOUR
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Oh Zypern, du Schönheit im östlichen Mittelmeer! Schauplatz antiker Machtkämpfe altgriechischer Gottheiten, wichtiger Handelsplatz vor der israelischen Küste, Geburtsort von Aphrodite, Göttin der Schönheit. Türkis schimmernde Lagunen, Zedernwälder und schroffe Gebirge – abgefahren! Irgendwann von den Engländern dem Empire einverleibt, 1960 wieder in die „Freiheit entlassen“, und seit 1974 zumindest im nördlichen Teil von den Türken besetzt. 2009 machten sich Andi Welther, Louis Taubert, Sabrina Göggel, Vladik Scholz, Stefan Brenner, Ante Aiello, Daniel Spiegel und Jan Hofer auf, die Spots der Insel zu shredden. Zypern ist wahrlich reich an Geschichte und die Volcom Family packt noch eine fürs neue Jahrtausend oben drauf.
Text: Arne Strate
Pics: Eric Antoine

Schon aus dem Flugzeug sahen wir, wie sich mächtige, feuerspeiende Seeschlangen vor der Küste von Larnaca gegenseitig bekämpften und der hinkende Schmiedegott Hephaistos versuchte, seine abtrünnige Gattin Aphrodite und deren Lover Ares mit seinem selbstgehäkelten Zaubernetz einzufangen und lächerlich zu machen (sie waren auch gerade zufällig auf Urlaub hier). Leider aber sah man nicht allzuviel, denn es war noch dunkel in Zypern. Im Landeanflug schaute Hermes, der Götterbote, vorbei und fragte die versammelte Truppe, was wir denn hier zu suchen hätten. „Skaten, Alter, was geht!“ „Skaten? WTF! Das hier ist kein Ort für eine Galeerenladung halbwüchsiger Toastbrote aus dem Abendland, und eure, wenn auch schön bunt bemalten, hölzernen Schilde, werden bersten unter den Schwerthieben des mächtigen Ares und seinem Heere des Untergangs!“ „Hermes, Older, was ist denn bei dir schiefgelaufen? Komm, trink erstmal ’ne Palette von dem guten Mitos mit uns und wir bereden die Sache noch mal in Ruhe.“
Der Götterbote meinte, das sei okay, und ein paar Paletten Dosenbier später, mittlerweile heil in Larnaca angekommen, trennten sich unsere Wege im Guten. Mit seinem Segen machten wir uns auf den Weg zu unserer Bleibe in dem Örtchen Maroni und als Abschiedsgeschenk überließ er uns noch zwei fliegende Kutschen, die von einem Klepper namens Pegasus und seinem leicht verheizten Kumpel Nissan Terrano gezogen wurden.
Andy Welther - Ollie
Cooler Typ, der Hermes, denn mit seinem Einverständnis war der Rest ein Klacks. Zwar barg die Insel immer noch mehr Gefahren als die griechischen Götter uneheliche Kinder auf Zypern gezeugt haben, aber er stellte uns die drei besten ortskundigen Fährtenleser dieser Epoche zur Seite: David, Christos und Marco. Und Grinsekatze natürlich, den immer grinsenden kleinen Bruder von Christos, der eigentlich Lefterios heißt. Unsere bescheidene Bleibe war ein am Meer gelegenes Häuschen mit eigenem Badetempel und jeder Menge griechischer Säulen. Andi „Adonis“ Welther befand die Therme als prächtig genug für seinen Astralkörper und weihte das heilige Wasser mit dem Salz seiner Achseln und dem Staub seiner Füße. Wisst ihr eigentlich, warum die ganzen griechischen Statuen alle nackt sind? Ist doch klar, die Kollegen hatten allgemein allesamt einen schweren Hang zum Flitzen und Exhibitionismus! Ganz so, wie Andi auch ...
Louis Taubert - Nosegrind
Bei Tagesanbruch ging es in unseren fliegenden Gespannen los gen Süden, in Richtung Lemesos. Hier sollten die Kultstätten zu finden sein, wegen denen wir gekommen waren: Geländer, Treppen, Marmor und leere Kanäle. Und zwar mehr davon, als man im Kopf zählen kann. Leider sind die Wege in diesem Land nicht sicher und gepflastert mit Gefahren! Einäugige Zyklopen und anderes Gesocks umschlich uns hier und da, weil sie ihre heiligen Marmorplätze entweiht sahen und mächtige Seeschlangen (vor allem in der Therme) machten uns das Leben schwer. Aber alles nichts, was man nicht regeln könnte. Ein weiteres Problem bestand darin, dass hier alles auf der falschen Straßenseite fährt, ähnlich verwirrend wie in England. Was kommt als nächstes? In Pfund bezahlen? Zum Glück nicht, und so konnten wir für unsere mitgebrachten Goldstücke alles fürs Überleben Notwendige erwerben. Man merkt schon gewaltig, dass man sich hier auf einer Insel befindet, die lange Zeit der englischen Krone angehörte. Alles, was nicht auf der Insel selbst angebaut wird, kostet ein Vermögen und es gibt total schräges Zeug aus England in den Supermarktregalen. Zugunsten unserer kleinen Expedition befindet sich die Mitos Brauerei jedoch auf Zypern – uff!
Stefan Brenner - Fs 180°
Die Spots auf Zypern aufzuzählen gleicht einer Sysiphus Aufgabe: wenn man gerade fertig ist, sind schon wieder zehn neue entstanden. Hier wird überall gebaut, und es scheint, als ob ein paar der Architekten Skater sein müssten. Ich denke, wir haben in der Woche nur die Spitze des Eisberges gesehen, sind dafür aber, dank der Local-Gang, garantiert die besten Spots geskatet. Riesige Dämme mit perfekten Banks, Überlaufbecken wie in Linz nur größer, Ditches, Curbs, Treppen, Blöcke, Rails, egal. Such dir was aus und du findest es!

Nachdem in den ersten paar Tagen die Knochen geschunden worden waren, beschloss ein Teil der Truppe, sich einen Felsen in der Nähe von Paphos anzusehen, der als Geburtsstätte der Aphrodite gilt. Leider war ich mit meiner Papyrusrolle nicht dabei, aber man sagt, hier seien haarsträubende Dinge passiert. Wale sollen sich an dem Felsen gerieben haben, bis das Meer salzig wurde, von fliegenden Einhörnern wurde berichtet, die aus ihren Hörnern regenbogenfarbene Strahlen verspritzten und Aphrodite selbst sei herabgestiegen, um bei dem Theater ordentlich mitzumischen. Nackte zuckende Leiber, Menschen in Ekstase, wildes Treiben, Sodom und Gomorrha und am Ende schmolz die Sonne triefend ins Meer und es war nichts als Stille unterm Firmament. Andere sagen auch, man hätte dort einfach ein Eis gegessen, wäre schwimmen gewesen und dann zum skaten zurück nach Lemesos gefahren. Wem das jetzt etwas zu komisch war, der mache sich mit dem Prinzip der „Weltherisation“ vertraut, da kommt so was problemlos nebeneinander vor, ohne sich gegenseitig auszuschließen...
Vladik Scholz - fakie Kickflip
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