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03. September 2010
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ANOTHER HARD DAY AT THE OFFICE
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Das Aveal Team in Lissabon
Die Tage werden kürzer, die Temperaturen klettern in den Keller und Streetskaten in Deutschland macht immer weniger Spaß. All das hört sich nach dem perfekten Zeitpunkt an, um mal wieder auf Tour zu gehen. Man nehme eine europäische Metropole, Sonne, eine top Unterkunft, einen super Spotguide und kommt mit einer reichen Ausbeute an Footage wieder nach Hause – so die Theorie. Utopie oder Realität? Aveal zeigt, wie es geht. Fünf Skater, fünf Tage, mehr Glück als Verstand und eine Menge Spaß. Die Teamfahrer – Glenn Michelfelder, Pascal Reif, Herbie König, Robin Wulf und Thomas Weber – erzählen euch selbst, wie es war: Montag bis Freitag in Lissabon.

Thomas Weber - Bs Noseblunt
Montag: „Dann waren sie alle tot“ (by Glenn Michelfelder)
Wir haben uns alle morgens am Stuttgarter Flughafen getroffen. Dort wurden schon mal die ersten Witze und Sprüche rausgehauen und Pascal trank seinen „First Class Kaffee“. Nach zwei Stunden Flug kamen wir an und liefen gleich zum Apartment. Es lag relativ zentral, aber leider in einer ziemlich kaputten Gegend. Die Sraßen waren steil, die Häuser alt und verfallen, aber als wir ankamen, wurden alle Erwartungen gesprengt – ein unglaublich schönes, modern eingerichtetes und großes Apartment mit einem riesigen Flatscreen und allem was man sonst noch braucht. Während der ersten Session musste Micha, unser Filmer, frühzeitig gehen weil er Magenkrämpfe hatte. Und so starteten wir ohne Filmer, nur mit der Cam von Herbie und hatte einen erfolgreichen Tag. Am Abend kochte uns Markus ein hammer Essen, danach haben wir noch den neuen Rambo – „und dann waren sie alle tot – auf dem Flatscreen angeguckt. Danach waren wir auch alle fertig – tot – und legten uns schlafen.

Pascal Reif - Fs Flip
Dienstag: “Are you German?” (by Herbie König)
Der zweite Tag sollte wohl noch erfolgreicher in die Gerade gehen als der erste. So trafen wir uns mehr oder minder ausgeschlafen zu einem ausgewogenen Frühstück und planten dabei die kommenden Etappen. Zunächst trafen wir uns, wie auch am Tag zuvor, am Localspot. Das ist ein Markplatz der kaum zu überbieten ist – an Bodenqualität, Curbs, Rails und netten Locals. Dort fuhren wir uns mit ein paar Lines ein. Bei einer ordentlichen Partie S.K.A.T.E. mit Pascal, brach ich unglücklicher Weise mein erstes Brett und machte daher einen Abstecher in den Skateshop nebenan. Nach einer halben Stunde gepflegter Konversation auf Englisch kam irgendwann die Frage: „Are you German?!“ Und ich nur, „of course!“, worauf die Antwort „achso“ folgte, was mich etwas verwirrte. Völlig geplättet machte ich somit eine super Bekanntschaft mit Karsten, der zwar von klein an in Portugal wohnt aber deutsche Wurzeln hat – ein netter Kerl. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen und gerne willigte er ein, unser Spotguide für diesen Tag zu werden.
Um die Mittagszeit machten wir uns mit Karsten an der Spitze auf, um den wohl schönsten Spot Lissabons zu skaten! Eine riesige Aussichtsplattform aus feinstem Marmor mit perfekten Curbs, die schön verteilt auf der Fläche standen. Mehr geht nicht? Dazu noch die perfekte Aussicht auf Stadt und Meer – wunderschön. Viele gefilmte Lines und Fotos später machten wir uns weiter auf zu den „Roofgaps“. Leider fühlten sich die Ramschhändler durch unser Vorhaben ein wenig gestört, da sie um ihre Bausubstanz fürchteten. Wir ließen den Luzifer in der Tasche und zogen alle ab in Richtung Apartment – bis auf Pascal, Karsten, Lira und meiner Wenigkeit. Kurz gewartet, aufgebaut und schon segelte Pascal im zweiten Versuch mal eben einen Switchflip übers Dach, schnell weg!
In die Nacht hinein skateten Pascal und ich mit unseren neuen Freunden noch etwas in der Stadt. Es gibt jede Menge Spots, die perfekter sind als in jedem Skatepark. Und nach einem langen Tag kamen wir dann todmüde im Apartment an. Nach einem Feierabendbier und etwas Parken vor dem Flimmerkasten war es dann schließlich auch um uns geschehen.

Robin Wulf - Boneless
Mittwoch: "Bars, Restaurants und perfekte Spots" (by Pascal Reif)
Nach ein Paar Kaffee und einem deftigen Frühstück ging es dann los zum Treffpunkt mit unserem Spotguide. Es gab keine große Diskussion über die Spotauswahl und das Ergebnis lautete: Handrails und Stufen. Also ging es auf in die U-Bahn zu 12er-Stufen mit steilem Rail und sketchy Landung. Nach fünf Minuten „wer macht was?“ und „macht überhaupt jemand was?“ kam auch schon der erste Security. Das war Robin egal und er machte einfach mal einen Ollie übers Rail, was dann auch „schnell einpacken“ hieß. Dann ging es geradewegs in den nächsten Fastfood-Laden.
Nach einer kleinen Sättigung marschierten wir zum nächsten Spot. Die ersten Regenwolken zogen an und deshalb ging es sofort los zu einem langen und hohen 8er-Handrail, was Thomas mit Bs Smith, Back Lip, Crooked und Feeble in Grund und Boden skatete. Danach verlagerten wir die Session weiter an die 13er unmittelbar daneben, wo Thomas erst einen Kickflip machte und ich mit einem Fs Flip nachlegte. Doch das war allen noch nicht genug, denn da stand ja noch einfach mal eine Bank in der Gegend rum, an der sich später Robin aus ein paar morschen Holzplatten und einer versifften Wolldecke seinen eigenen Spot baute. Nach der Session hieß es erst mal „Bier und Kippe“, wobei wir Miguel, unserem Spotguide, erklärten, wer eigentlich „Voll Assi Toni“ ist.
Zurück im Apartment bereitete uns Micha wieder ein Festessen vom Feinsten, wir chillten ein wenig und zogen gegen halb elf los zum Nachtspot, um Miguel und seine Bande zu treffen.
Der Spot war der Eingang einer alten, schönen Kirche. Alles war aus super glattem Marmor, auf der linken Seite eine Bank die nicht besser hätte sein können mit einem Curb am oberen Ende. Für den Flair sorgten, wie überall in der Stadt, die vielen kleinen Restaurants und Bars. Für Herbie gab es kein Halten mehr (Wallie Blunt to Fakie), Thomas flippte aus (Smithgrinds), Glenn fing an zu zwirbeln (Bigspins aus 5-0s) und Robin zeigte, wie gut er Wallies beherrscht – der geht nämlich auch mit 180. Allmählich hatten alle Genug und chillten gemeinsam am Spot. Die Freude wurde noch größer, als Markus den Bölkstoff an Land brachte. Markus, Fisch, Flo und Robin entschieden sich, in die nächste Bar zu gehen, um einen Jackie-Cola nach dem anderen zu schlürfen. Der Rest der Truppe ging zurück ins Apartment und ließen den Abend langsam ausklingen.
Es muss so gegen 5 Uhr gewesen sein, als ich wach wurde. Robin kam mit einem lauten Knall bei mir und Glenn ins Zimmer gefallen kam. Er kroch auf dem Boden herum, lehnte sich dann an die Wand und musste durchgehend lachen. Warum, wusste er auch nicht. Dann krabbelte er zu Herby ins Wohnzimmer und dann zu Thomas. Nach einer gefühlten halben Stunde war Robin dann fertig und eingeschlafen.

Glenn Michelfelder - Fs Noseslide
Donnerstag: „Wach auf du fertiges Stück Scheiße!“ (by Robin Wulf)
Aus einem stark traumatisierten Zustand, in den ich mich am Vorabend versetzt hatte, wurde ich Donnerstag Morgen mit den Worten "wach auf du fertiges Stück Scheiße, wir gehen heute zum Strand" geweckt. Mein Körper war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, diese Information zu verarbeiten und ich versteckte mich wieder unter der Decke. Der nächste Versuch, aus dem Bett zu kommen erfolgte etwa zwei Stunden später und war wesentlich erfolgreicher – allerdings waren die Jungs schon längst weg. Ich ging in die Küche, setze einen Kaffee auf und stellte beruhigt fest, dass der Fisch auch noch im Apartment war und sich ungefähr genauso fühlt wie ich – kein Wunder, er war ja gestern Abend auch dabei. Es wurde beschlossen, den anderen zu folgen und den Arsch in Richtung Strand zu bewegen. Der Weg dorthin war alles andere als eine leichte Aufgabe für uns zwei Alkoholleichen. Nach etwa 20 Minuten am Schalter konnten wir zwei Fahrkarten ergattern und gratis dazu noch zwei freie Plätze im Zug – das natürlich neben zwei deutschen Mädels, die total dämlich waren.
Nach einer halben Stunde Ohren zu halten kamen wir an der Endstation an und machen uns auf den Weg in Richtung Strand. Diesen fanden wir schnell, die anderen Jungs jedoch nicht – egal, wir bleiben hier! War auch keine schlechte Idee, denn nachdem wir festgestellt hatten, wie kalt das Wasser war, kamen die anderen zu uns. Aber nicht nur sie, sondern auch noch ein Strandverkäufer, der einen rosafarbenen Rock für mich bereit hielt – ich schlug zu, denn das gute Stück kostete mich nur fünf Euro. Dieser Rock bescherte mir auch kurze Zeit später die Bekanntschaft mit Lina. Sie war wunderschön und ich direkt verliebt. Sie machte Handstände im Rock und ich machte Fotos davon. Das war's dann aber auch, leider mussten wir schon weg vom Strand und Lina ihren Flieger erwischen. Und dann traten auch wir den Heimweg an.
Der rosa Rock bescherte mir direkt zwei neue Verehrerinnen, die uns auf eine Studentenparty für diesen Abend einluden. Und was machen wir? Wir gehen nicht hin!
Stattdessen aber auf Geschäftsreise mit Markus "Alko" Hoch, Thomas Weber, Pascal Reif und unserem Spotguide Miguel und seinem Kumpel. Wir gingen in den Skateshop, legten dem zugekoksten Verkäufer unseren Aveal-Katalog auf den Tisch, er fand alles geil, bestellte eine Menge Stuff, machte seinen Laden zu, ging mit uns in die Kneipen von Lissabon und gab uns einen Drink nach dem anderen aus. So macht man Business!
In diesem Sinne: another hard day at the office. Und morgen wird wieder geshreddet...
Cheers!

Pascal Reif - Nollie Heelflip
Freitag: von Doubleset zu Doubleset (by Thomas Weber)
Nachdem wir endlich die erste entspannte Nacht hatten, war gleich mal lecker Frühstück angesagt. Zähne putzen, Body duschen noch mal kurz mit Mr. Appeltree (Miguel) telefoniert, damit wir wussten, um welche Spots es sich am letzten Tag handelte. Wir schauten uns noch schnell den Part von Janoski an & dann ging es auch schon los zum Doubleset. Der Weg dort hin war lang und beschwerlich aber als wir endlich dort angekommen waren, ging es auch schon los. Pascal ballerte nach 15 Minuten einen cleanen Nollie Heelflip. Herbie machte danach einen Bs 180° über das Rail und schon ging es ans nächste Doubleset, das ein 4-Flat-6 war. Dort machte Robin Wulf kurz entschlossen einen FS Flip. Zum Abschluss des letzten Tages ging dann noch an ein tiefes 7-Flat-7 Doubleset, wo ich einen Ollie und Robin einen Melon Grab machten. Mein anschließender Fs 180° Versuch ließ allerdings meinen Hüftknochen aufs Dreifache anschwellen.

Nach soviel Skateboarding ging es wieder entspannt ins Apartment zurück, wo es im Anschluss gemeinsam mit Mr.Appeltree und Jerry, unserem Spotguide, ein Abendessen der Extraklasse gab. Danach wurde gechillt und geputzt, und wir konnten am nächsten Morgen mit gutem Gewissen die Heimreise nach Stuttgart antreten. Und jetzt blicken wir auf eine erfolgreiche Aveal-Tour nach Lissabon zurück und bedanken uns bei unserem Filmer Micha, bei unserem Fotografen Flo Renner und bei den Jungs von Aveal, Markus und Christian - DANKE!

Thomas Weber - Bs Smith
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